Ernährung, Mindset

Alles abnehmen, oder was…?

Ich krieg ja die Krise, wenn ich momentan am Zeitschriftenregal vorbeigehe: „Richtig schlank“, „10 Kilo für immer abnehmen“, „Flexi-Diät“, „Flacher Bauch in 48 Stunden“…

Jedes Jahr zu dieser Zeit die gleichen Überschriften, die gleichen verlockenden Versprechungen – und bei den meisten die gleichen Resultate: nämlich langfristig nix!

Achtung, jetzt kommt leider eine schlechte Nachricht: es gibt sie nicht, die magische Diät, die schnelle Lösung, das Geheimrezept…

Und nun die positive Botschaft: Abnehmen – bzw. Körperfettreduktion – ist doch ganz einfach. Aber eben nicht leicht.

Die Gleichung ist ganz simpel: weniger Kalorien essen, als man verbrennt. Schwieriger ist da schon, das Ganze tatsächlich anzugehen und durchzuziehen. Und vor allem auch dauerhaft beizubehalten. Ansonsten landet man fix im Jojo-Effekt – und nach ein paar solcher Hauruck-Diäten ist der Stoffwechsel dann erst mal im Eimer.

Insofern gibt es aus meiner Sicht erst einmal drei Dinge, die bei einer Ernährungsumstellung Erfolg versprechen: 1. Sich Dinge bewusst machen, 2. ein starkes „wozu“ definieren und 3. kleine Schritte gehen.

1. Sich Dinge bewusst machen:

  • Weißt du eigentlich, was du den ganze Tag so isst und trinkst? Und was diese Lebensmittel an Nährstoffen enthalten? Wieviel Zucker und/oder Fett sich darin versteckt?

TIPP: Lade dir einfach einen kostenlosen Tracker wie „MyFitnessPal“ oder „YAZIO“ auf dein Smartphone. Und dann notiere mal zwei, drei Wochentage und ein Wochenende lang die Lebensmittel und Getränke, die so über den Tag verteilt zu dir nimmst. Und ja, du solltest die Sachen wiegen und messen – mit Schätzangaben liegen wir meist daneben.

  • Bevor du jetzt das Sonderangebot im Fitness-Studio buchst: Weißt du eigentlich, welcher Sport, welche Form der Bewegung dir wirklich Spaß macht? Möchtest du lieber alleine oder in der Gruppe trainieren? Richtig laufen gehen – oder lieber längere Spaziergänge machen? Wieviel Zeit steht dir in der Woche zur Verfügung? Lieber morgens oder abends?

TIPP: Hör auf deine innere Stimme und teste verschiedene Dinge. Fast bei allen Sportvereinen und -Studios kann man ein, zwei Probetrainings machen. Finde etwas, bei dem du mit Spaß und Motivation dranbleiben kannst.

2. Ein starkes „Wozu“ definieren:

  • Für den längerfristigen Erfolg brauchst du einen starken Grund, um dranzubleiben, wenn der Schweinehund mal wieder ins Körbchen will. Warum möchtest du deine Gewohnheiten verändern, dich besser ernähren, dich mehr bewegen? Versuche dabei so genau, wie möglich zu sein. Also nicht „damit ich gesünder bin“, sondern eher: „damit ich mit meinen Kindern herumtollen, gemeinsam tolle Momente mit ihnen erleben kann – ohne ratzfatz außer Atem zu kommen“. Oder: „Damit ich beim nächsten Wettkampf mit weniger Körperfett mehr Klimmzüge schaffe“. Oder auch: „Damit ich mich wieder attraktiver für meinen Partner fühle und wir…“ – den Rest kann jeder für sich vervollständigen…

TIPP: Je emotionaler das „Wozu“ ist, desto besser. Emotionen sind DIE Geheimzutat, die uns zu wahren Kraftakten motiviert.

3. Kleine Schritte gehen:

  • Gewohnheiten haben die Angewohnheit (höhö… Wortspiel), dass sie nicht so leicht abzustellen sind. Einerseits gut, weil wir so teilweise auf Autopilot laufen, andererseit doof, wenn die Dinger uns sabotieren. Deshalb: Fang mit EINER Veränderung an. Zum Beispiel keine zuckerhaltigen Getränke mehr zu trinken, oder einen regelmäßigem Spaziergang zu machen. Oder früher zu Bett zu gehen (Schlaf spielt eine riesige Rolle beim Fettabbau). Und dann versuche das mal drei Tage durchzuhalten. Und dann drei Wochen.

TIPP: Wenn du ganz mutig bist, lass dich von deinem Umfeld unterstützen, indem du das, was du aktiv an Veränderung angehst, auch kommunizierst. Das bekommt für dich dann eine ganz andere Verbindlichkeit – und auch deine Freunde und Bekannten „achten“ dann auf dich. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere ja sogar motiviert und macht mit. Diese Art des „positiven“ Drucks aber nur nutzen, wenn sich bei dir dadurch nicht zusätzlicher Stress aufbaut.

Also: lass dir von den aktuellen Diät-Versprechen im Zeitschriftenregal keine Märchen erzählen und mach den ersten Schritt in die richtige Richtung. Du weißt genau, was gut für dich ist.

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